Nachdem ich mich intensiver mit Alberto Franchetti beschäftigt habe, mußte ich nach und nach erkennen, daß es sich hier nicht etwa um einen Künstler handelte, bei dem die eine oder andere lohnende Ausgrabung möglich wäre. Ich stellte zu meinem Erstaunen und Erschrecken fest, daß es sich bei Franchetti um einen wirklich großen Komponisten handelt, der, nicht zuletzt aufgrund des Aufführungsverbotes durch die Faschisten, dem Vergessen anheimgefallen war. Mir ist in der gesamten Kulturgeschichte kein ähnlicher Fall bekannt, bei dem ein Künstler, der drei verdiente Welterfolge feiern durfte, so beinahe komplett von der Festplatte der Menschheit gelöscht wurde. Es sollte in Deutschland besonders selbstverständlich sein, dem jüdischen Komponisten zur späten Gerechtigkeit zu verhelfen. Stattdessen wird die Auseinandersetzung mit ihm noch immer gescheut, oder steht, wie die Wiederaufführung der GERMANIA in Berlin, unter denkbar schlechten Sternen. Ziel der Freunde Franchettis ist, daß diese wundervolle Musik wenigstens wieder auf CD erhältich sein wird, in einer kompetenten Einspielung.

Franchetti war übrigens ein etwas exzentrischer Baron, aber nicht konservativ, sondern eher linksgerichtet. Er war kein Nationalist, hat seine Nationalität vielmehr zweimal gewechselt. (Zwischendurch war er Deutscher geworden, um sich von seiner Frau Margherita Levi scheiden zu lassen.) Die Oper Germania wurde von manchen Pressevertretern als deutschtümelnde nationalistische Kunst bezeichnet, die sie nicht ist, wenngleich sie von Nationalgefühl und Fanatismus handelt - das ist etwas anderes.

Franchetti kann vom Talent her durchaus auf eine Stufe mit Puccini gestellt werden. Es mangelte ihm vielleicht am nötigen Willen und der Disziplin, um nach ganz oben in den Olymp zu gelangen. Aber Konkurrenten wie Mascagni, Cilea und Leoncavallo war er weithin überlegen. Franchetti, der völlig unsinnig manchmal als "italienischer Meyerbeer" verharmlost wurde, blieb lange Zeit, etwa bis 1903, der einzige ernstzunehmende Rivale Giacomo Puccinis. Und beider Leben ist vielfach, machmal auf geradezu unheimliche Weise, verflochten. Davon handelt mein Buch ZWEI UNGLEICHE RIVALEN, erschienen in der Edition Elke Heidenreich, München.

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Wenn Sie den Freunden Franchettis helfen wollen, so freuen wir uns darüber. Auf Wunsch kann jedem Spender eine CD mit Musikbeispielen aus dem Schaffen Franchettis zugesandt werden. Alle Spender, es sei denn, sie möchten anonym bleiben, werden namentlich unter den Freunden Franchettis erwähnt.

Liste der Freunde Franchettis

"Freunde Franchettis" ist kein eingetragener Verein, sondern, um juristischen Ballast zu vermeiden, ein Aktionskomitee ohne Formalien. Es gibt keinen Vorstand und keine Mitglieder. Wer mitmachen will, ist dabei. Den FF geht es um die Verwirklichung folgender Ziele:

Franchetti-Gesellschaft

Im Opernhaus Neapel soll nach der verschollenen Partitur des Glauco geforscht werden. Die Chancen stehen nicht schlecht, daß diese Oper, die nur als Klavierauszug vorhanden ist, im Archiv wiedergefunden werden könnte. Finanziert werden müßte ein etwa zweiwöchiger Aufenthalt in Neapel. Kostenpunkt etwa 1500 Euro. Sinnvoll ist diese Aktion allerdings nur, wenn die Neapolitanische Oper sie aktiv unterstützt und dem Rechercheur freien Zugang zum Fundus überläßt.
Schreiben Sie uns:
freundefranchettis@web.de

Hörbeispiel Cristoforo Colombo

Hörbeispiel Germania: Studenti udite
Die Opern Notte di Leggenda und Signor di Pourceaugnac, die ebenfalls nur als Klavierauszug vorliegen, sollen durch fähige Hand reinstrumentalisiert werden.
Kostenpunkt: Jeweils etwa 20.000 Euro.
Hörbeispiel Glauco

Die Opern Asrael und Fior d'Alpe, vielleicht auch der nachgelassene Don Napoleone sollen konzertant aufgeführt und auf CD veröffentlicht werden. Dies müßte in Zusammenarbeit mit einem Opernhaus und einer Plattenfirma geschehen.
Kostenpunkt: Jeweils etwa 50.000 Euro.

Impressum:


Helmut Krausser
freundefranchettis@web.de
Kantstraße 19
14471 Potsdam


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Das Verlagshaus Ricordi müßte seine Kooperation signalisieren. Dafür sind Verhandlungen nötig. In den europäischen Zeitungen muß durch kompetente Artikel auf Franchettis Bedeutung hingewiesen werden. Helmut Kraussers Buch "Zwei ungleiche Rivalen" über Puccini und Franchetti muß in möglichst viele Sprachen übersetzt und publiziert werden, nötigenfalls, ohne dafür Tantiemen zu verlangen.

News

Berlin 22.3.2011


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